Die Historie des Films in den 1920er Jahren

In den goldenen 1920er Jahren erlebte die Filmgeschichte ihren prägnantesten historischen Wandel. Der Begriff der „Filmkunst“ wird etabliert und von Kritikern und Intellektuellen anerkannt. Filmkritiken von bekannten Autoren und Schriftstellern werden in Zeitschriften in eigenen Ressorts veröffentlicht. Die Kinopaläste lösten die Jahrmarktzelte als Vorführstätten ab und machten sogar den Theatern dieser Zeit Konkurrenz. Ende der 1920er Jahre besuchten allein in Deutschland 2 Millionen Menschen täglich die rund 5.000 Kinos. Das Kino und der Film war mehr als nur ein Zeitvertreib, es wurde das Massenmedium der Gesellschaft und war ihr zentraler Mittelpunkt zur Unterhaltung. Im Jahr 1920 zog es die amerikanische Filmindustrie von New York in das heute bekannte Filmmekka Hollywood und namhafte Studios wie Warner Brothers, Fox, Metro-Goldwyn-Mayer, Paramount und United Artists wurden gegründet. Die ersten großen Filmstars wie Mary Pickford, Douglas Fairbanks, Charlie Chaplin, Lilian Gish und Douglas Fairbanks erlangten durch ihre Filme internationalen Ruhm. Noch bis Ende der 20er Jahre gab es den Stummfilm, der nach und nach mit musikalischer Untermalung begleitet wurde. Erst mit der Erfindung des Lichttonverfahrens kamen Bild und Ton auf der Leinwand zusammen, bis im Jahr 1927 mit dem Film „The Jazz Singer“ der Durchbruch gelang. So erreichte die Filmindustrie eine neue Ebene und revolutioniert die Filmwelt innerhalb einer Epoche ein zweites Mal. Die Filme der 1920er Jahre sind gekennzeichnet durch einen expressionistischen Stil und erzählen Abenteuer- oder Kriminalgeschichten wie auch Komödien oder Dokumentationen des Alltags und über fremde Kulturen. Auch gesellschaftskritische Themen wie in „Der Vagabund und das Kind“ (1921) oder politische Geschichte wie im sowjetischen Revolutionsfilm „Panzerkreuzer Potemkin“ (1925) werden in den Filmen behandelt. In erster Linie war Kino jedoch Unterhaltung und Zeitvertreib für die lebenshungrige Gesellschaft von damals. In der Nachkriegszeit der 20er Jahre suchte man nach kurzweiliger Ausgelassenheit und blickte nach vorne in ein goldenes Zeitalter der Wirtschaft und des Wohlstands. Die ausschweifende Dekadenz der 1920er Jahre wurde jedoch 1929 durch die erste Weltwirtschaftskrise und den schwarzen Donnerstag am 24. Oktober mit dem Börsencrash der New Yorker Wallstreet abrupt beendet. Dieser Crash ging an der Filmindustrie ebenfalls nicht spurlos vorbei, doch bis heute hat sie bestand und ist ein wichtiges Unterhaltungsmedium unserer Zeit.

Quellen:

Timeline 1920 bis 1929


Die folgende Timeline enthält die wesentlichen Meilensteine des Films der Jahre 1920 bis einschließlich 1929. Vom Stummfilm zum ersten Tonfilm, die erste Dokumentation und der erste vertonte Zeichentrickfilm bis hin zur Vergabe des ersten Oscars, sind dies nur einige der Stationen:

1920 – Der expressionistische Stummfilm „Das Cabinet des Dr. Caligari“


Robert Wiene, am 17. April 1873 in Breslau geboren, begann 1912 seine Filmkarriere als Drehbuchautor und Regisseur. Im Jahr 1920 gelang ihm mit der Verfilmung "Das Cabinet des Dr. Caligari" der große Durchbruch. Er zählt bis heute zu den berühmtesten deutschen Stummfilmen der Zeit und war damals der erste Horrorfilm. Der Film erhält durch schiefe Wände, schräge Linien, verzerrte Perspektiven und geneigte Ebenen seine starke Aussagekraft. Die Handlungen dieses expressionistischen Stummfilms erzählen die Geschichte des Dr. Caligari und seinem schlafwandelnden Sklaven. Caligari stellt seinen Somnambulen namens Cesare auf dem Jahrmarkt aus und sagt Schaulustigen die Zukunft voraus. Nachts mordet der Sklave unter Einfluss seines Herren und versetzt die Stadt in Angst und Schrecken. Die Inszenierung über Wahn und Beherrschung wird ein phänomenaler Erfolg und gilt bis heute als einer der großen Filmklassiker der Weimarer Republik.

Filmdaten

Regie: Robert Wiene
Drehbuch: Carl Mayer, Hans Janowitz
Produktion: Rudolf Meinert, Erich Pommer
Musik: Alfredo Antonini, Giuseppe Becce Kostüme: Walter Reimann
Szenenbild: Hermann Warm, Walter Reimann, Walter Röhrig
Darsteller: Werner Krauß (Dr. Caligari), Conrad Veidt (Cesare), Lil Dagover (Jane Olsen), Friedrich Fehér (Franzis), Hans Heinrich von Twardowski (Alan), Rudolf Lettinger (Dr. Olsen) Kamera: Willy Hameister
Das kabinett des Dr. Caligari

Quellen:

1921 – Die Tragikomödie „Der Vagabund und das Kind“


Im us-amerikanischen Stummfilm „Der Vagabund und das Kind“ reflektiert Charlie Chaplin, einer der bezeichnenden Charaktere unserer Filmgeschichte seine eigene Kindheit. Chaplin, der mit bürgerlichem Namen Sir Charles Spencer Chaplin heißt, wird mit seiner Arbeit als britischer Komiker, Regisseur und Schauspieler zu einer filmhistorischen Legende. Die Tragikomödie aus dem Jahr 1921 erzählt die Geschichte eines von seiner Mutter verstoßenen Jungen, der von Chaplin, dem Vagabunden, aufgenommen und groß gezogen wird. Während Chaplin und der Junge in Armut leben und umherziehen überwindet die Mutter ihre Selbstmordlust und wird ein erfolgreicher Opernstar. Jahre später werden Mutter und Sohn wieder vereint. Dieser Film von Charlie Chaplin war sein erstes abendfüllendes Werk und er komponierte eine eigene Filmmusik für „Der Vagabund und das Kind“.

Regie: Charlie Chaplin
Drehbuch: Charlie Chaplin
Produktion: Charlie Chaplin
Musik: Charlie Chaplin
Kamera: Roland Totheroh
Darsteller: Charlie Chaplin: der Tramp, Jackie Coogan: das Kind, Edna Purviance: die Mutter, Carl Miller: der Vater, Tom Wilson: Polizist, Henry Bergman: Wirt / Professor Guido, Charles Reisner: Straßenschläger, Raymond Lee: sein kleiner Bruder, Lita Grey: Engel der Versuchung, Jules Hanft: Hausarzt, Frank Campeau: Mann vom Waisenhaus, F. Blinn: Sein Assistent, Edith Wilson: Frau mit Kinderwagen, Jack Coogan Sr.: Taschendieb / Teufel, Silas Hathaway: das Kind als Baby
Charlie Chaplin - The Kid (1921)

1922 – Der erste Dokumentarfilm „Nanook of the North“


„Nanook of the North“ war 1922 der erste Dokumentarfilm in Spielfilmlänge und zeigt das Leben der Inuits in der Arktis. Robert Flaherty studierte während seines Aufenthalts in der Arktis deren Lebensgewohnheiten und dokumentiert im Film die Sichtweise der westlichen Welt auf die Inuits von damals. Das bemerkenswerte an der Dokumentation sind nicht die Verfilmungen über die Inuits selbst, sondern die große Faszination die das arktische Volk den Apparaturen des westlichen Menschen gegenüber zeigt und diese mit Neugierde und Respekt begutachtete. Die Dokumentation bemüht sich, die Inuits als Helden darzustellen und fokussiert sich im Kern auf deren Überlebenskünste. Die alltäglichen Herausforderungen die sie bewältigen müssen wie das Jagen nach Nahrung, Iglus bauen und der Kälte trotzen sollen dem westlichen Menschen des Jahres 1922 näher gebracht werden.

Regie: Robert J. Flaherty
Drehbuch: Frances H. Flaherty (Idee), Robert J. Flaherty - Produktion: Robert J. Flaherty
Musik: Rudolf Schramm
Kamera: Robert J. Flaherty
Schnitt: Herbert Edwards, Robert J. Flaherty, Charles Gelb
Darsteller: Allakariallak, Nyla, Allee, Cunayou, Allegoo, Camock, Berry Kroeger
Nanook of the North (1922)

1925 – Der sowjetische Revolutionsfilm „Panzerkreuzer Potemkin“


Der Film „Panzerkreuzer Potemkin“ von Sergei Eisenstein war eine Auftragsarbeit für die Jubiläumskommission der kommunistischen Partei der damaligen Sowjetunion. Die Erzählung einer Meuterei von 1905 auf dem Panzerkreuzer „Fürst Potemkin von Taurin“ wird zum Symbolbild der russischen Revolution. Der Film basiert auf den Skripten von Alexander J. Newski, die die zentralsten Erlebnisse von 1905 aus Augenzeugenberichten darstellen. Der Film gilt unter angesehenen Kritikern als die beste Verfilmung dieser Zeit.

Regie: Sergei Michailowitsch Eisenstein
Drehbuch: Sergei Michailowitsch Eisenstein, Nina Agadzhanova, Sergei Michailowitsch Tretjakow, Nikolai Nikolajewitsch Assejew
Musik: Edmund Meisel
Kamera: Eduard Kasimirowitsch Tisse, Vladimir Popov
Schnitt: Sergei Michailowitsch Eisenstein, Grigori Wassiljewitsch Alexandrowb
Darsteller: Alexander Antonow: Grigori Wakulintschuk, Wladimir Barski: Kommandant Golikow, Grigori Alexandrow: Giljarowski, Iwan Bobrow: junger Matrose, Michail Gomorow: Matjuschenko, Alexander Lewschin: Unteroffizier, N. Poltawzewa: Frau, Andrei Fait: Rekrut
Battleship Potemkin (1925)

Quellen:

1926 – Das Drama „The Great Gatsby“


Der Film über den großen Gatsby basiert auf dem gleichnamigen Roman aus dem Jahr 1925 von F. Scott Fitzgerald, welcher als sein Meisterwerk gilt. Die Verfilmung im Jahr 1926 wird zum großen Erfolg und wurde insgesamt fünf Mal verfilmt, wobei die Erstfassung von Herbert Brenon inzwischen verschollen ist. „The Great Gatsby“ erzählt die Geschichte des jungen und mysteriösen Millionärs Jay Gatsby, dessen große Liebe während seines Militärdienstes einen anderen Mann heiratet. Dieser Film steht wie kein anderer für die Dekadenz, den Idealismus und die müde Leere der High-Society in den „Roaring Twenties“.

Regie: Herbert Brenon
Drehbuch: F. Scott Fitzgerald
Kamera: Leo Tover
Produzenten: Jesse L. Lasky, Adolph Zukor
Darsteller: Warner Baxter, Lois Wilson, Neil Hamilton, William Powell und Georgia Hale
The Great gatsby (1926)

Quellen:

1927 – Die erste Stimmvertonung im Film „The Jazz Singer“


1927 erscheint der erste Film mit Stimmvertonung. Jakie Rabinowitz alias Al Jolson ist der erste singende Mensch auf der Leinwand. Auch wenn die Vertonung sich nur auf die Songs im Film begrenzt, zählt „The Jazz Singer“ als erster vertonter Film der Geschichte. Der Film erhielt 1929 bei der ersten Oscar Verleihung eine Nominierung. „The Jazz Singer“ erhielt für die besondere Leistung und die Revolutionierung der Filmindustrie ein Ehren-Oscar im gleichen Jahr.

Regie: Alan Crosland
Drehbuch: Jack Jarmuth, Alfred A. Cohn, Samson Raphaelson (Theaterstück)
Musik: James V. Monaco, Louis Silvers
Kamera: Hal Mohr
Schnitt: Harold McCord
Darsteller: Al Jolson: Jakie Rabinowitz,May McAvoy: Mary Dale,Warner Oland: Cantor Rabinowitz, Eugenie Besserer: Sara Rabinowitz, Otto Lederer: Moisha Yudelson, Robert, Gordon: 13-jähriger Jakie, Richard Tucker: Harry Lee, Jossele Rosenblatt: Konzertvortrager
The Jazz Singer (1927)

1928 – Der erste vertonte Zeichentrickfilm „Steambot Willie“


Als Hollywood von der Erfindung des Tonfilms hörte, nutzen die Walt Disney Animation Studios die neue Technologie und produzieren im Jahr 1928 den ersten synchronisierten Zeichentrickfilm mit Ton. Im Film „Steamboat Willie“ sind außerdem Micky-Maus und Minnie zum ersten Mal gemeinsam zu sehen. Alle Geräusche im Film werden vom Team selbst produziert nur die Figuren Micky, Minnie und der Kater Karlo sprechen nicht.

Regie: Walt Disney, Ub Iwerks
Drehbuch: Walt Disney, Ub Iwerks
Musik: Walt Disney, Ub Iwerks
Darsteller: Walt Disney
Steamboat Willie (1928)

1929 – Die erste Oscarverleihung


Der erste „Academy Award of Merit“, heute unter dem Namen Oscar bekannt, wurde am 16. Mai 1929 verliehen. Bei der Verleihung wurden nur Filme ausgezeichnet die zwischen dem 1. August 1927 und dem 1. August 1928 veröffentlicht wurden. Anfangs erlang der Oscar kaum Aufmerksamkeit in der Bevölkerung. Insgesamt waren 270 Gäste beim ersten Bankett anwesend. Die eigentliche Verleihung des Awards dauerte insgesamt nur 15 Minuten. Im Gegensatz zur heutigen Zeit waren die Gewinner bereits Monate im Voraus bekannt. Die Stars konnten ihre Preise früher abholen, was die Popularität und Anwesenheit von Schauspielern, Regisseuren, Pressevertretern etc. im Hollywood Roosevelt Hotel nicht begünstigte.

Einfluss


Gesellschaft


In den 1920er Jahren wurde der Film wird zum beliebtesten Unterhaltungsmedium der damaligen Zeit. Nach Ende des ersten Weltkrieges findet ein starker Umschwung in Europa und den USA statt. Seit der Industrialisierung ziehen immer mehr Menschen in die Großstädte der Welt und verbreiten eine aufbauende, positive Stimmung. Die Bevölkerung schöpft nach dem langen Krieg Hoffnung und neue Kraft. Im Vordergrund dieser Epoche stehen das Vergnügen, Lebenshunger und glamouröse Parties, die die Kriegsereignisse vertreiben sollen. Die vorgeführten Filme der 1920er Jahre lösen in der Gesellschaft Faszination und Frohsein aus. Die Filme finden nicht nur bei jungen Menschen Anklang, sondern in allen sozialen Schichten. Sie ermöglichen dem Volk unter anderem Einblick in fremde Welten und Kulturen. Der Besuch im Filmpalast wird zu einem gesellschaftlichen Ereignis und man erhofft sich durch die Industrialisierung eine bessere und florierende Welt wie sie im Filmsaal dargestellt wird. Das Kino war der gesellschaftliche Mittelpunkt wo man sich traf und den Abend verbrachte. Die Bevölkerung der 1920er Jahre suchte nach kultureller Unterhaltung, die ihnen die Hollywoodproduktionen von damals boten.

Wirtschaft


Trotz der Inflation und Armut boomte die Kinobranche und allein in Deutschland besuchten 350 Millionen Menschen die rund 3.000 Kinos. Die deutsche Filmwirtschaft war stark kommerziell ausgerichtet und Dank der schwachen Währung nach dem Krieg wurden viele Abenteuer-, Unterhaltungs-, und Kriminalfilme produziert. Auch in den USA boomte die Filmwirtschaft und Studios wie Paramount und MGM kauften mittelständische Studios auf. Somit gelang es ihnen sich im Markt als führende Filmproduktionen zu positionieren. Die beeindruckenden Filmpaläste, die in dieser Zeit gebaut wurden, boten Platz für bis zu 2.000 Besucher in einer Vorführung. Hollywood erlebte in dieser Zeit seine Filmrevolution. Regisseure, Schauspieler und Künstler gingen nach Hollywood und wollten Teil dieser Revolution werden. Das Wirtschaftswachstum der 1920er Jahre verhalf der Filmindustrie zur grundlegenden Veränderung und Weiterentwicklung. Die Weltwirtschaft erholte sich schnell von der Zerstörung durch den ersten Weltkrieg und viele erlangten an der New Yorker Wallstreet enormen Reichtum. Bis zum schwarzen Donnerstag am 24. Oktober 1929 wo die erste Weltwirtschaftskrise durch den großen Börsencrash eingeleitet wurde. Die Euphorie der Anleger und Spekulanten führte über Jahre zur Entstehung einer Spekulationsblase. Jeder vierte Amerikaner war damals in Besitz von Aktien und die Unternehmen stießen immer mehr Aktien auf den Markt. Nach einer Konjunkturschwäche kam dann die große Panik der Anleger und die Spekulationsblase platze. Am darauffolgenden Freitag erreichte diese Krise Europa bis dann die erste Weltwirtschaftskrise entstand.

Technologie


Anfang der 1920er Jahre wurde von Pathé die „Pathé Consortium Cinema“ gegründet. Zur Übertragung der Filme in den großen Sälen war hervorragendes Filmequipment von Voraussetzung. Pathé spezialisierte sich auf den Verleih von Filmequipment für Kinosäle. Im Jahr 1922 veröffentlichte Pathé die 9,5 mm-Film-Kamera Pathé-Baby. Die Kamera fand starken Anklang in Frankreich, Deutschland und England. Die Kamera ermöglichte die Aufnahme kurzer schwarz-weiß Filme. Die Aufnahme von Ton war allerdings nicht möglich. Als im Jahr 1927 der erste Tonfilm der Öffentlichkeit präsentiert wurde, mussten neue Technologien her. Nach anfänglichen Problemen mit der Synchronisation von Film und Ton etablierte sich das Lichttonverfahren. Hier wurde der Ton mittels einer Tonfilmkamera auf perforierten Filmrollen aufgezeichnet. Die Perforierungen waren bei der Filmkamera und der Tonfilmkamera identisch um Synchronisationsprobleme zu vermeiden. Der Ton konnte Dank eines Lichtimpulses auf der Rolle gespeichert werden. Nachteil dieser Technologie war, das Hintergrundgeräusche und die Sprechlautstärke sich nur gering nuancieren durften um eine klare Sound-Übertragung zu gewährleisten.

Quellen:

Personen


Die Entstehung des Kinos wurde maßgeblich von den Brüdern Louis und Auguste Lumière beeinflusst. Bereits Louis war in jungen Jahren ein begnadeter Fotograf und unter der Förderung des Vaters Antoine, erfanden sie 1895 den Cinematographen. Sie legten mit dieser Erfindung den Grundstein für den Erfolg der Filmbranche in den 1920er Jahren. Als 1921 mit der Erfindung der Lichttontechnik des Schweden Sven Berglund der Ton in die Kinos kam, war die Revolution der Filmgeschichte perfekt. Bei diesem Verfahren werden die optischen und akustischen Informationen des Filmmaterials vereint. Die Rechte an diesem Verfahren wurden 1928 an William Fox verkauft. Ein weiterer wichtiger Wegbereiter des Kinofilms war Charles Pathé. Im Jahr 1902 erwarb er bereits die Rechte auf Patente der Lumière Brüder und begann mit der Entwicklung einer Studiokamera. Pathé expandierte sein Unternehmen in viele Bereiche der Musik- und Filmindustrie. Sie spezialisierten sich Mitte der 1920er Jahre auf den Verleih von Filmkameras an die Kinos und schlossen sich 1927 mit Kodak zur Firma Kodak-Pathe zusammen. Die bis heute bekanntesten Schauspieler und Filmschaffenden der 1920er Jahre sind unter anderem Charlie Chaplin, das Komiker-Duo „Dick und Doof“ das aus Stan Laurel und Oliver Hardy bestand, Buster Keaton und Rudolf Klein-Rogge mit den Filmen „Metropolis“ und „Das Cabinet des Dr. Caligari“. Neben dem Film prägten namhafte Künstler der Weimarer Republik die 1920er Jahre. Die Nachkriegszeit war in der Kunst geprägt von Aufbruchstimmung und das Experimentieren mit avantgardistischen Stilmitteln. In der deutschen Kulturszene Berlins schufen Intellektuelle und Künstler wie Thomas Mann, Otto Griebel oder George Grosz ihre zeitlosen Werke.

Quellen:

Inhalt


In der frühen Nachkriegszeit der 1920er Jahre revolutionierte das Kino eine ganze Gesellschaft. Zum Ende der Epoche besuchten allein in Deutschland täglich etwa 2 Millionen Menschen die rund 5.000 Kinos damals. Der Lebenshunger und das Vergnügen sind die Grundbedürfnisse des Volkes. So stehen die „Roaring Twenties“ – wie sie heute auch genannt werden – wie keine andere Epoche für Dekadenz, Glamour und Frivolität. Aber nicht nur rauschende Parties fanden damals großen Anklang. Die Filme der 1920er-Jahre sind durchaus gesellschaftskritisch, politisch und vermitteln Wissen über andere Welten und Kulturen. Der Expressionismus ist in der Filmkunst allgegenwärtig. Charakteristisch für dieses Stilmittel sind grotesk-verzerrte Kulissen und Protagonisten und kontrastreiche Beleuchtungen. Eine surrealistische Gestaltung der mis-en-scène betont die übertriebene Spielweise und Gestik der Schauspieler. Mitte der 20er-Jahre begeistern sich auch immer mehr Regisseure an der Verfilmung des Alltagslebens und an Dokumentationen. Somit wandelt sich der Film zur anerkannten Kunstform. Neben den eher anspruchsvollen Werken wird auch die Unterhaltung durch Kinofilme immer bedeutender. Die Drehbuchautoren schaffen bis heute populäre Genre wie Abenteuer- oder Kriminalfilme. Der Drang nach Veränderung und Bewegung zieht in alle Lebensbereiche der damaligen Gesellschaft ein: Frauen beginnen zu arbeiten und die Ikonen dieser Zeit, wie Coco Chanel oder Marlene Dietrich, prägen unsere Kulturgeschichte bis heute. Im Film können durch die Folge der Demokratisierung der Gesellschaft verbotene Inhalte oder Tabuthemen aufgegriffen werden. Die Filme „Die freudlose Gasse“ (1926) und „Die Büchse der Pandora“ (1929) beschäftigen sich beispielsweise mit Sexualität und bürgerlicher Moral.

Quellen:

Gegenwart


Die goldenen Zwanziger prägten auch die deutsche Kultur und Entwicklung. Sie beschreiben die Phase des Aufatmens nach dem ersten Weltkrieg und die erste Form unserer heutigen Demokratie. Die Epoche war gekennzeichnet von einer freizügigen und ausdrucksstarken Filmkunst und mit den richtungsweisenden Erfindungen der Filmtechnik vom Stummfilm zum Tonfilm, ebnen die 1920er Jahre den Weg für unsere heutige Filmindustrie und Unterhaltungsbranche. Noch Ende der 1920er Jahre war das Kino neben dem Hörfunk das einzige Massenmedium der Zeit und damit auch gesellschaftlicher Treffpunkt. Mit der späteren Erfindung des Fernsehers, der heute in jedem Wohnzimmer steht, verlor das Kino einen Teil seiner Relevanz. Heutzutage heißen die Massenmedien Fernsehen und Internet. Der Kinobesuch stellt heute oft ein selteneres und besonderes Ereignis dar. Obwohl heute, aufgrund wesentlich höherer Produktionskosten, weniger Filme produziert werden, haben sie wenig von ihrer Bedeutung für kulturelle Bildung und insbesondere Unterhaltung abgegeben. Die Filmindustrie ist ein wichtiger und immer noch erfolgreicher Zweig unserer Kultur. Schauspieler und Regisseure sind Vorbilder und Stars und das Abbild unserer Gesellschaft. Die Stilmittel des modernen Films haben sich bis heute grundlegend verändert. Mit der Entwicklung des Farbfilms Mitte der 30er-Jahre und auch der Weiterentwicklung von Ton- und Synchronisationstechniken braucht der Film der heutigen Zeit andere Techniken, um das Publikum zu begeistern. Besonders aufwendige Animationen und Action-Stunts, 3D-Filme oder komplett computeranimierte Filme beschreiben die heutige Filmkunst. Einige der Filme der 1920er Jahre wurden bis heute sogar mehrfach verfilmt, wie zum Beispiel „The Great Gatsby“. In der neuesten Verfilmung aus dem Jahr 2013 spielte Leonardo DiCaprio die große Hauptrolle und der Film gewann 2014 zwei Oscars. Die Figur des Jay Gatsby steht symbolisch für die Gesellschaft und den Lebenswandel der 20er Jahre.

Quellen:

Begrundung Design

Das Design stellt die Jahre 1920 bis 1930 dar. Die eingesetzten Videos und Bilder dieser Epoche untermauern das Thema entsprechend. Die Wahl der Kontraste von Schwarz und Weiß ist der damaligen Filmkunst angepasst. Die gewählten Schriftarten sind dem Zeitraum nachempfunden. Die im Fließtext verwendete Schriftart ist die serifenlose Schrift „Ming“ von Keith Bates aus Manchester, England. Für die Überschriften wurde „Gramophone“ als Schriftart gewählt. Entwickelt wurde diese Schrift von Nick Curtis auf Basis der Schrift von Achille Mauzan aus dem Jahr 1927. Das Zusammenspiel der Typografie, Kontraste und Stilelemente festigen das gesamte Design und geben der Internetseite den Look und Feel der 1920er bis 1930er-Jahre.

Quellenverzeichnis


Literaturverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis:

  • Abb.: 1 Gäste der Oscarverleihung
  • Abb.: 2 Übergabe des Oscars an Joseph Farnham von Douglas Fairbanks
  • Abb.: 3 Janet Gaynor erhielt den Osacr als beste Schauspielerin
  • Abb.: 4 Die Brüder Louis und Auguste Lumière
  • Abb.: 5 Charlie Chaplin in „Der Vagabund und das Kind“

Audiovisuelle Medien:

Impressum

History

Module Name: Creative Media Practice
Module Number: SAE 502
Course Number: BWD415
Date Submitted: 16.02.2016
Award Name: Bachelor of Arts/Science (Hons.) Web Development
Year: 2015 / 2016
Name: Daniel Schmit
City: Köln
Country: Germany
Module Leader: Christoph Fischer
Staffing: Christoph Fischer, Stephan Lembke
Word Count: 3.175 Words

Daniel Schmit

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